Generationen-übergreifende Trauma-Therapie

Wie können Erlebnisse unserer Eltern und Großeltern, die sie hatten, als wir noch lange nicht geboren waren, an uns, an nachfolgende Generationen weitergegeben werden?

  • Bei Menschen, die beispielsweise im Krieg und auf der Flucht traumatisierende Erlebnisse hatten, bleiben die Eindrücke teilweise in der Erinnerung, vielfach jedoch besonders im Körpergedächtnis (mehr oder weniger unbewusst) gespeichert. Der Umgang mit den eigenen Kindern ist häufig anders als bei nicht traumatisierten Eltern. Im Verhalten, in Blicken und Gesten drücken sich die eigenen, lang zurückliegenden Erlebnisse aus und prägen das Erleben der nachfolgenden Generation.
    Die Menschen der Kriegsgeneration (damals oft selbst noch Kinder) standen meist mit ihrem Leid alleine da und hatten keine Möglichkeit, es aufzuarbeiten. Sie fanden daher kreative Überlebensstrategien, die es ihnen erlaubten, die eigene Angst und Hilflosigkeit möglichst wenig zu spüren und im Alltag zu „funktionieren“. Und in der nachfolgenden Generation, oft sehr eindrücklich als „Kriegsenkel“ bezeichnet, machten viele die leidvolle Erfahrung, sich ebenfalls mit ihren Ängsten und inneren Nöten allein gelassen zu fühlen, da die Eltern Sensibilität und Mitgefühl sich selbst und ihren Kindern gegenüber „abgeschnitten“ hatten. Die Eltern aus der Kriegsgeneration hatten oft keine Möglichkeit, auf die psychischen Bedürfnisse ihrer Kinder angemessen einzugehen. Gefühle wurden dem „Funktionieren“ untergeordnet und dies wurde auch von den Kindern erwartet.
  • Informationen über Traumata können auch über das Erbgut weitergegeben werden. Das noch recht junge Forschungsgebiet der Epigenetik erforscht und beschreibt, welchen Einfluss traumatisierende Ereignisse auf das Genom haben können und auf welchen Wegen und in welcher Form diese an nächste Generationen weitergegeben werden. Epigenetische Mechanismen haben keinen Einfluss auf die DNA-Sequenz selbst, sondern „verpacken“ diese mehr oder weniger gut und steuern so die Aktivität einzelner Gene. Über dieses An- und Abschalten von Genen kann beispielsweise die Menge an Hormonen im Körper verändert und so in die Stressregulation eingegriffen werden. Einige Untersuchungen lassen vermuten, dass die unterschiedlichen Genaktivitäten epigenetisch an nachfolgende Generationen weitergegeben werden können.

In der „nächsten Generation“ spiegeln sich die weitergegebenen Informationen vor allem auch im körperlichen Erleben, zeigen sich beispielsweise in Angstreaktionen (scheinbar ohne Auslöser), fehlendem Selbst- und Urvertrauen, dem Gefühl „nie gut genug“ oder „verkehrt“ oder „nie angekommen“ zu sein und in sozialen Kontaktproblemen.
Die Körperreaktionen können erspürt und achtsam beobachtet werden. Achtsamkeit und Körperbewusstsein liefern den Schlüssel für einen neuen Umgang mit den Signalen des Körpers. Neue Wege werden möglich.

Ich stelle mein Wissen und meine Erfahrung sowohl Menschen der Kriegs- und Nachkriegsgeneration zur Verfügung, als auch den Kindern und Enkeln. Ich begleite Sie gerne einzeln oder auch gemeinsam mit anderen Familienmitgliedern auf der Suche nach neunen Wegen und Möglichkeiten.

Bücher von Sabine Bode über Kriegskinder und Kriegsenkel, unter Literatur

siehe auch den Artikel: Epigenetik, Angst im Genom, unter  Literatur

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